S3 / Nordwestbahn – Starkes Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs im Wienviertel

Zusätzliche Nachtverbindung nach Retz: Stundentakt bis 22:11 Uhr ab Wien Floridsdorf

Spätestens seit den Fahrplanverbesserungen ab dem Jahr 2015 können die Fahrgäste der Nordwestbahn auf ein modernes, bedarfsgerechtes Angebot zurückgreifen: Der ¼-Stunden-Takt der S-Bahn bis Korneuburg/Stockerau bringt auch für die Fahrgäste aus weiter entfernten Halten mehr freie Sitzplätze; der mittlerweile durchgängige Stundentakt bis Retz wird bereits heute zu besonders nachgefragten Zeiten auf eine halbstündliche Bedienung verdichtet und ist auf die Bedürfnisse von Schülern und Berufspendlern abgestimmt.

Ab 7. Mai kommt eine zusätzliche Verbindung mit Abfahrt 22:11 Uhr in Wien Floridsdorf dazu. Für tausende Fahrgäste ist die Nordwestbahn das ökologische Mobilitäts-Rückgrat des Weinviertels. Die aktuelle Grün-Forderung nach einem Ausbau der Strecke für bis zu 13 Mio. Euro/Kilometer glänzt durch Verantwortungslosigkeit gegenüber der Steuerzahler und Unkenntnis der Sachlage. Die Nordwestbahn (Wien – Korneuburg – Stockerau – Hollabrunn – Retz - Znojmo) wird bereits heute bis Stockerau zweigleisig geführt, was auf diesem Streckenabschnitt aufgrund der extrem eng getakteten S-Bahn- und Regionalbahn-Verkehre im Umland der Bundeshauptstadt auch notwendig ist. Von Stockerau bis Retz sind die Bahnhöfe als Kreuzungsstationen der Züge so gelegen, dass technisch ein annähender ½-Stunden-Takt der Regionalzüge möglich ist. „Die grüne Forderung nach einem zweigleisigen Ausbau der Strecke ist vor dem Hintergrund nicht nachvollziehbar, denn bereits heute fahren die Regionalzüge zur besonders nachgefragten Zeit rund alle 30 Minuten nach Retz. Sollten sich die Fahrgastströme entsprechend entwickeln, dann ist eine Ausweitung des Angebotes zu fordern. Nur: Das ist auf der derzeitigen Infrastruktur möglich, dafür müssen keine zusätzlichen Steuergelder verpulvert werden“, so Landtagsabgeordneter Richard Hogl.

„Bis zu 13 Millionen Euro kostet bei vergleichbaren Strecken ein Ausbau, wie Ihn die Grünen aktuell fordern – pro Kilometer, da kann sich bei den 60 km von Stockerau nach Retz einiges zusammenläppern“, macht Hogl die Dimension des Projektes klar. Dabei steht die Nordwestbahn heute auf durchaus starken infrastrukturellen Beinen: Bereits im Jahr 1993 wurde die Strecke bis Retz elektrifiziert, 2009 kam der Streckenabschnitt bis Znojmo dazu. Das Angebot braucht den Vergleich mit anderen Regionalbahnen nicht scheuen: Auf der Strecke verkehren die modernen Nahverkehrszüge ÖBB Cityjet, Doppelstock, sowie derzeit noch ältere Garnituren des Typs 4020. „Hier fordern wir Besserung: Die alten Garnituren sind für mobilitätseingeschränkte Personen oder Eltern mit Kindern eine echte Mobilitätshürde – die letzten verbliebenen 4020er gehören endlich ersetzt. Das ist Alteisen!“, so Hogl.

Die schnelleren R-Verbindungen mit den Halten Korneuburg, Stockerau, Hollabrunn und Retz werden bereits heute großteils mit barrierefreien Garnituren des Typs Doppelstock bzw. mit ÖBB Cityjets bedient. Angesichts der aktuell hitzigen Debatte rund um eine Weiterentwicklung der Nordwestbahn mahnt Hogl den politischen Mitbewerb um mehr Seriosität und Redlichkeit: Natürlich sein ein Infrastrukturausbau an sich nie gänzlich abzulehnen. Aber es gelte schon auch eine Kosten/Nutzen-Abwägung vorzunehmen, wenn man (politisch) Verantwortung trägt. Und hier zeigt sich aus heutiger Sicht: Aktuelle Probleme wie etwa zu wenige Sitzplätze können effizienter gelöst werden als mit einer unüberlegten Hau-Ruck-Infrastrukturinvestition. Der Landtagsabgeordnete fordert daher insbesondere den Einsatz von modernen Fahrzeugen mit mehr Sitzplätzen und besseren Beschleunigungswerten sowie den Ersatz der alten Garnituren des Typs 4020. „Damit könnten wir den Pendlerinnen und Pendlern in der Region wirklich einen guten Dienst erweisen“, so Hogl abschließend.